Für die Ausübung seiner Arbeit zog der Meister mit seinem Knecht zu Frühjahrsbeginn erstmals in die Ferne hinaus. Dieses sogenannte "Fortgehen" war tatsächlich teilweise mit tagelangen Fußmärschen verbunden.
Die Arbeitsgebiete der Sauschneider reichten von Ober- und Niederösterreich weit bis in das Gebiet des Böhmerwaldes hinein. Auch die Pfalz, Bayern, Franken, Ungarn, Steiermark, Kärnten und Kroatien wurden von ihnen betreut. Im Jahr 1748 kamen laut Aufzeichnungen 260 Meister mit ihren 130 Knechten aus dem Lungau.
1775 wurde von Kaiserin Maria Theresia sogar ein Patent, bezogen auf das Herzogtum Steiermark, erlassen, welches sich mit der "Verbreitung und Belohnung der Viehschneidekunst" befasste.
Der Bereich, in dem ein Viehschneider sein Gewerbe ausübte, wurde als "Gäu" bezeichnet. Ein solches Gäu umfasste oft mehr als 20 Pfarrgemeinden und reichte nicht selten über Bezirks- oder auch Landesgrenzen hinaus.
Ein zentraler Ort des Gebietes wurde zur sogenannten Niederlage ausgewählt und dort bezog man Quartier. Sodann präsentierten sich Meister und Knecht auf dem Kirchplatz, um den Bauern ihre Ankunft kundzutun. Oft war es auch ein Gemeindediener, der trommelnd durch die Straßen zog und die Ankündigung übernahm.
Sobald die Aufträge der Bauern eingegangen waren, konnte die Arbeit im Gäu beginnen. Ein tüchtiger Kastrierer behandelte oft mehr als 3000 Tiere im Jahr.